In einem scheinen sich die Volkswirte einig: Das Weltwirtschaftswachstum dürfte noch eine Weile schwach bleiben. Zwar ist hier und da auch mehr Wachstum zu erwarten, aber größere Unternehmen könnten es in diesen Zeiten wirklich schwer haben.

Diese langfristige Stagnation kann auch Unternehmen betreffen, die Opfer ihres Erfolgs geworden sind: Viele größere Unternehmen haben das Problem, dass ihre Zielmärkte kein Potenzial mehr haben und Größennachteile organisches Wachstum verhindern.

M&A als Wachstumspfad

Für Large Caps spricht, dass sie sich billig finanzieren können, weil sie sich durch die Finanzkrise ein enormes finanzielles Polster zulegen konnten. Tatsächlich betrugen die bilanzierten Barmittel europäischer Large Caps 72% der Marktkapitalisierung des gesamten Small-Caps-Markts.1 Ende 2015 hielt allein Apple 200 Milliarden US-Dollar Barmittel in der Bilanz.

Mit Übernahmen können Unternehmen ihre Barmittel sinnvoll anlegen, indem sie kleinere Unternehmen kaufen. Sie öffnen den Weg zu Sektoren, in denen der Käufer bislang keine Erfahrung hat, oder durch die er seine Wettbewerbsfähigkeit in schnell wachsenden Märkten stärken kann. In der Regel kommt es Small Caps zugute, wenn es mehr Fusionen und Übernahmen gibt. Small Caps bieten ihren Käufern das gewünschte Wachstum und Kompetenz in Nischenmärkten: In den zehn Jahren von 2004 bis 2015 waren 50% aller Übernahmeziele Small Caps.2

 

 

Die Barmittel in den Bilanzen europäischer Large Caps betragen 72% der Marktkapitalisierung europäischer Small Caps.

Small Caps erhalten eine M&A Premiumauszeichnung

Größerer Unternehmen sind durchaus bereit einen Aufschlag zu zahlen, um sich das Wachstumspotenzial von Small Caps zu erschließen. Von 2001 bis 2012 wurden Small Caps weltweit mit 25% Aufschlag gegenüber dem Marktwert ihres Aktienkapitals erworben. Bei Large Caps lag die Prämie nur bei 6%.3 Diese Prämie sorgt bei Fusionen und Übernahmen in der Regel für steigende Kurse der Zielunternehmen. Davon profitieren Small-Cap-Investoren.

Wenn Small Caps zu Übernahmezielen wurden, waren von 2001 bis 2012 weltweit Preisaufschläge von 50% gegenüber dem Marktpreis üblich.

Lanfristiger Rückenwind

Zwar sind die Fusionen und Übernahmen seit dem Rekordjahr 2015 etwas zurückgegangen, weil die Unternehmen aufgrund der politischen Unsicherheit Entscheidungen vertagt haben. Dennoch gehen wir davon aus, dass der langfristige Trend ungebrochen ist. Small Caps dürften weiter wachsen, vor allem wenn der Konjunkturausblick insgesamt eher schwach bleibt.  Auch wenn die Weltwirtschaft irgendwann wieder stärker wächst, bleiben Small Caps interessant – weil die Geschäftsleitungen dann optimistischer werden und an Fusionen und Übernahmen interessiert sind. Davon können Small-Cap-Investoren ebenfalls profitieren.

Quelle:

  1. Lazard Asset Management, Februar 2015
  2. SSGA, S&P, Bloomberg. Stand 30. Juni 2014
  3. Allianz Global Investors, Oktober 2013