Großbritannien nach dem Brexit

Nach dem überraschenden Ergebnis des britischen EU-Referendums sind britische Aktien stark gefallen, um sich wenig später wieder zu erholen. Tatsächlich steht der FTSE Small Cap Index (ohne IT), der ebenfalls von dem Ausverkauf kurz nach dem Referendum betroffen war, heute höher als vor der Brexit-Entscheidung. Nach der ersten Panik trugen auch die schnelle Ernennung von Theresa May zur neuen Premierministerin, das 70 Milliarden Pfund umfassenden Quantitative Easing der Bank of England, die rückläufige Arbeitslosigkeit und Hinweise auf eine stabile Verbrauchernachfrage dazu bei, dass das Schiff nicht ins Schlingern geriet.

2015 entfielen 44% der britischen Exporte auf die EU.

Mögliche Folgen

Die Folgen des Brexit für den Handel zwischen Großbritannien und der EU könnten auf beiden Seiten des Kanals zu spüren sein, weil 44% der britischen Exporte in die EU gehen: 2015 entfielen 220 Milliarden Pfund der Güter-und Dienstleistungsexporte im Wert von 510 Milliarden Pfund auf EU-Länder. Der Exportanteil der EU ist zwar in den letzten 15 Jahren zurückgegangen (weil die Exporte in andere Länder stärker gestiegen sind), aber das immer noch enorme Handelsvolumen mit der EU zeigt die Bedeutung neuer Handelsverträge nach dem Brexit.

Nach dem Brexit-Votum fiel das Pfund auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren.

Langfristig gibt es Grund zu Optimismus

Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Währung direkt nach dem Brexit-Votum: Das Pfund wertete auf ein 30-Jahres-Tief ab – ein zweischneidiges Schwert. Die Abwertung signalisiert zwar einen Vertrauensverlust, könnte aber günstig für britische Exporteure sein und britische Unternehmen insgesamt für Kunden aus Übersee attraktiver machen. Mehr zu Small Caps M&A finden Sie hier.

Mehr Vertrauen

Im Gegensatz zu einigen lautstarken Auguren, die seit Ende Juni pessimistische Parolen hinausposaunen, erwarten viele Wirtschaftsführer keine größeren Verwerfungen nach dem Brexit. Mehr als zwei Drittel der kleinen oder mittleren Unternehmen gaben in einer Umfrage von CitySprint an, dass sie genauso optimistisch für den Handel sind wie vor einem Jahr – oder sogar noch optimistischer. Tatsächlich glaubt nur eine Minderheit von 14%, dass der Brexit nennenswerte Folgen für sie hat.

Unabhängig von den kurzfristigen Schwankungen während der Austrittsverhandlungen, dürfte es weiter Grund zum Optimismus geben. Kleine britische Unternehmen werden wohl weiterhin nur von wenigen Analysten beobachtet werden. Aus unserer Sicht spricht das für enorme Chancen für aktive Manager, die auf der Grundlage von fundamentalem Research investieren.

Nur 14% der kleinen und mittleren Unternehmen glauben, dass der Brexit große Auswirkungen auf sie hat.

 

Quelle:

  1. Office for National Statistics, Stand 29. Juli 2016